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Zahlen, Daten und Fakten

Studien - Warum Requirements Engineering?

Sie wollten schon immer wissen, was Requirements Engineering an Vorteilen mit sich bringt? Sie brauchen Zahlen, Daten und Fakten, um Ihre Führungskräfte zu überzeugen? Wir haben aktuelle, hieb- und stichfeste Belege zusammengestellt, die in der Welt der Wissenschaft und in der Welt der Praxis für die Nützlichkeit des Requirements Engineering existieren. Sie mögen die Empfehlungen ergänzen, die wir selbst erfahren haben und in unseren Trainings, Projekten und Büchern aufbereiten.

Chaos Report

Kennen Sie auch seine aktuelleren Ausprägungen? Die Standish Group, ein unabhängiges Marktforschungsinstitut, hat für das Jahr 2000 ermittelt, dass im Durchschnitt nur rund ein Drittel aller IT-Projekte erfolgreich abgeschlossen werden. Die Daten aus 2002 bestätigen dies (34%). Grundlage dieser Zahlen ist eine Befragung unter IT-Managern in den USA. Besonders frappierend ist eine Zahl aus dem 2003er Report, nach der typischerweise nur etwa die Hälfte der einst für ein Produkt geforderten Eigenschaften realisiert werden.    
                        

Organisatorische & methodische Aspekte

Matthias Rauterberg hat ähnliche Problemstellungen bei Unternehmen in der Schweiz entdeckt. Bei den organisatorischen und methodischen Aspekten der zentralen Probleme in IT-Projekten ergibt sich für die RE-Praxis ein düsteres Bild: wieder sind es zu zwei Drittel RE-spezifische Probleme, wegen derer Projekte ins Straucheln geraten. Die "Spezifikationshürde" ist nach seinen Erkenntnissen die höchste, gefolgt von der Kommunikationshürde und der Optimierungshürde. Sein Beitrag im Journal of Industrial Ergonomics ist sehr lesenswert.
                        

Cost Overrun nach Young    

Wer in RE investiert, schont sein Projektbudget. Das zeigt eine Untersuchung von Ralph Young, die er in seinem Buch "Effective Requirements Practices" veröffentlicht hat. Demnach verursachen Projekte, die weniger als 5% des Gesamtprojektbudgets für RE ausgeben, zwei bis drei Mal soviel Kosten, wie ursprünglich veranschlagt. Wer jedoch mehr ausgibt, reduziert die zusätzlichen Kosten deutlich.

Fehlerbehebung

Auch die Ergebnisse einer Untersuchung Barry Boehms dürften vielen geläufig sein. Diese Untersuchung bezieht sich auf die relativen Fehlerbehebungskosten pro "Phase" in der Systementwicklung. Joseph Carr hat herausgefunden, dass Boehms Zahlen im Wesentlichen noch heute gelten (2000).

Sehen Sie selbst:

 

Barry Boehms - Relative Fehlerbehebungskosten pro "Phase" in der Systementwicklung

 

Besonders interessante Quellen:

  • Rauterberg, M.; Strohm, O.; Kirsch, Ch.: Benefits of user-oriented software development based on an iteractive cyclic process model for simultaneous engineering. In International Journal of Industrial Ergonomics Vol. 16, S. 391-410, 1995
  • Young, R.: Effective Requirements Practices, Boston, Addison-Wesley 2001
  • Hofmann, H.: Requirements Engineering. A situated discovery process. Wiesbaden, Gabler 2000
  • Carr, J.: Requirements engineering and management: the key to designing quality complex systems. In TQM Magazin, Vol. 12, Nr. 6, 2000, S. 400-407


Haben Sie selbst derartige Untersuchungen in Ihrer Organisation angestellt? Informieren Sie uns und damit andere!