IEEE-Std-830-1998 - Recommended Practice for Software Requirements Specifications
Dieser Standard des IEEE (Institute of Electrical and Electronic Engineers) stellt einen Leitfaden zur methodischen Erstellung von Softwareanforderungen dar. Er beschreibt den Erstellungsprozess einer Anforderungsspezifikation, welche Inhalte und Eigenschaften sie aufweisen sollte und gibt Gliederungsmöglichkeiten vor.
Was es zu beachten gilt:
- Es wird nicht vorgegeben, welche Methoden und Tools bei der Erstellung der Anforderungsspezifikation zu verwenden sind.
- Mehr Informationen zum IEEE Std-830-1998 finden Sie hier: http://www.ieee.org
ISO 9000 ff.
Das am weitesten verbreitete Normenwerk der ISO (International Organisation for Standardization) zielt darauf ab, Organisationen ein Qualitätsmanagement-System für die Verbesserung von Produktionsprozessen zu liefern. Dabei legt die ISO 9000 ff. fest, WELCHE Kriterien das Qualitätsmanagement erfüllen soll, aber nicht WIE eine Organisation die Ziele konkret umsetzten muss.
Was es zu beachten gilt:
- Die Anwendung der abstrakten Qualitätsvorgaben für Dienstleistungen und Produkte gestaltet sich in der Praxis oft schwierig.
- Oft werden bei der Umsetzung der Norm Prozesse zementiert, was allerdings dem Grundgedanken der permanenten (Prozess-) Verbesserung widerspricht.
- Die ISO 9000-Zertifizierung ist noch kein Garant dafür, dass ein Unternehmen auch qualitativ hochwertige Produkte erstellt.
- Mehr Informationen zum Thema ISO 9000 ff. finden Sie hier: http://www.iso.org
ISO / IEC 12207 Standard for Information Technology – Software life cycle processes
Die ISO 12207 löst den Standard MIL-STD-498 ab. Aufgeteilt in drei Teile, stellt sie ein Rahmenwerk für den Lebenszyklus von Software dar. Insgesamt beschreibt diese Norm Prozesse, Aktivitäten und Aufgaben, welche bei der Akquisition, Angebotserstellung, Benutzung und Wartung von Software-Produkten durchgeführt werden.
Was es zu beachten gilt:
- Die Norm ist NICHT anwendbar, wenn Standardsoftware in kundenspezifische Software eingebunden wird.
- Der Softwarelebenszyklus wird zwar beschrieben, es werden aber keine Details vorgegeben, wie Software-Produkte eingeführt, betrieben und gewartet werden müssen.
- Mehr Informationen zum Thema ISO 12207 finden Sie hier: http://www.iso.org
CMMI
Das Capability Maturity Model Integration hat vor einiger Zeit das bekannte Capability Maturity Model (kurz CMM oder auch Software-CMM) abgelöst. Das CMMI ist ein Reifegradmodell mit dessen Hilfe man die Qualität (Reife) eines Entwicklungsprozesses beurteilen und messen kann. Es werden die Anforderungen an einen guten Entwicklungsprozess beschrieben, aber keine konkreten Schritte des Prozesses vorgegeben.
Was es zu beachten gilt:
- Auch bei hohem Reifegrad keine Garantie für ein erfolgreiches Entwicklungsergebnis
- Wichtige Kernbereiche, wie z. B. Risikomanagement, fehlen
- Mehr Informationen zum Thema CMMI finden Sie hier: http://www.sei.cmu.edu/cmmi/general/
SPICE (Software Process Improvement and Capability Etermination), [ISO 15504]
Die Vorgehensweise SPICE ist entwickelt worden, damit Unternehmen Prozesse in der Softwareentwicklung bewerten können. Dabei deckt SPICE alle Phasen des Softwarelebenszyklus ab.
Grundprinzip ist es, durch diese Bewertung des Prozess-Reifegrades Möglichkeiten der Verbesserung zu bestimmen.
Was es zu beachten gilt:
- Es existiert keine Verbindung zu anderen Standards
- Es ist offen, wie mit Qualitätsforderungen und –merkmalen eines Software-Produktes umzugehen ist
- Mehr Informationen zum Thema SPICE finden Sie hier: http://www.sqi.gu.edu.au/spice

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