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Dr. Gerhard Wohland (Institut für dynamikrobuste Höchstleistung)

Organisation als Jagdhund - In dynamischer Umgebung kann nur noch die Organisation Wege in die Zukunft finden

Die Komplexität eines modernen Marktes ist inzwischen auch für genialstes Management zu groß. Nur noch das so genannte Sozialsystem eines Unternehmens hat ausreichende Komplexität, um auch bei hoher Dynamik Wege in die Zukunft zu finden. Das gilt auch für konservative Konzerne, die offiziell nur antiquierte Methoden akzeptieren. Gerade dort entstehen immer wieder dynamikrobuste Inseln. Können diese sich nicht schlau genug verstecken, werden sie als chaotisches "Gewurschtel" entlarvt und rückstandsfrei aufgeräumt. Sie wachsen aber immer wieder nach!

Höchstleister wissen, dass sie auf die Komplexität ihre Organisationskultur angewiesen sind. Deswegen beobachten sie diese, wie der Jäger seinen Jagdhund. Der Jäger lobt und tadelt. Er versucht aber nicht, dem Hund das Riechen beizubringen.


Prof. Dr.-Ing. Peter Liggesmeyer (TU Kaiserslautern, Fraunhofer IESE, Präsident der Gesellschaft für Informatik)

Smart Ecosystems: Herausforderungen und Lösungsansätze

Die klassische Trennung zwischen Software und Hardware und zwischen Informations- und eingebetteten Systemen verschwindet zunehmend. Systeme werden miteinander verwoben, um übergreifende Funktionalität - oft in recht autonomer Weise - anzubieten. Systemgrenzen sind kaum noch erkennbar. Derartige „Smart Ecosystems“ sind einerseits heterogen, offen und verändern sich selbstständig zur Laufzeit. Andererseits müssen wichtige Eigenschaften wie Security und Safety weiterhin sichergestellt werden. Dies kann durch Einsatz der üblichen statischen Verfahren zur Entwicklungszeit nicht mehr zufriedenstellend erreicht werden. Die Entwicklung von „Smart Ecosystems“ erfordert daher andere Methoden, die die geschilderten Eigenschaften geeignet beachten.


Chris Rupp (SOPHIST GmbH)

Smart REco - Anforderungen der Zukunft

Smart Ecosystem ist derzeit ein Schlagwort, welches in aller Munde ist. Unzählige Begriffe schweben in den Medien umher. Was aber die Auswirkungen auf die Anforderungsanalyse und somit Veränderungen für unseren Job sind, wird bisher kaum fundiert diskutiert.

Unter einem „Smart-Ecosystem“, versteht man nun nicht mehr Stand-Alone Anwendungen, sondern neue, verknüpfte Systeme. Sie kommunizieren mit dem Internet der Dinge und agieren so über Unternehmensgrenzen hinweg. Grundlage für eine neue Anwendung sind einerseits Informationssysteme und andererseits eingebettete Systeme. Zusammen mit mobilen Systemen ergeben sie Smart Ecosystems. Noch nichts von solchen Systemen gehört? Dann vielleicht von  „Industrie 4.0“ – auch „Smart-Factory“ genannt –, „Smart-Grids“ oder „Smart-Farming“? Auch sie gehören zur großen Familie der Ecosystems.

Nun können Sie sich vorstellen, dass bei solch gravierenden Veränderungen auch das Requirements-Engineering nicht verschont bleibt. Neue Technologien bedeuten auch neue, unbekannte Anforderungen. Eine der größten Herausforderungen ist es, wachsende Komplexität beherrschbar zu machen. Organisationen müssen zusammenarbeiten und Use-Cases über Unternehmensgrenzen hinweg konzipiert werden. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist die Sicherheit solcher Technologien. Es ist nicht selten, dass Smart Ecosystems ihren Kontext, in dem sie sich befinden, gar nicht kennen. Hier müssen Anforderungen für noch unbekannte Szenarien geschrieben werden. Um all diese Probleme lösen zu können, bedarf es neue Ansätze, welche wir Ihnen auf den SOPHIST Days 2016 vorstellen werden.


Chris Rupp und die SOPHISTen

20 Jahre RE - was kommt, was geht, was bleibt? Ein Vortrag über Basics, Hypes, Flops und Trends


Dr. Marcus Trapp (Fraunhofer IESE)

Power-On User Experience

Als Usability/UX Professional ist man heute oft noch ein Einzelkämpfer (oder zumindest Teil einer kleinen Truppe) im Unternehmen. Oft fehlen einfache Beispiele für UX Konzepte, um den Usability/UX-Schalter bei anderen Mitarbeitern umzulegen, die gebraucht werden, um eine positive User Experience für ein Produkt zu erzeugen. Dieser Vortrag liefert Beispiele von einfachen Schaltern, um verschiedensten Usability und User Experience schnell zu erklären.

Eine tolle, positive User Experience wird von oben, d.h. vom Top Management verlangt. Dennoch erfahren wir am Fraunhofer IESE immer wieder, dass der Usability/User Experience Professional in einem Unternehmen ein Einzelkämpfer ist (oder zumindest eine kleine Gruppe). Es fällt immer noch schwer, andere Mitarbeiter mit den Konzepten des Usability Engineering vertraut zu machen.

In diesem Vortrag werde ich daher die verschiedenen Facetten von Usability anhand von einfachen Beispielen erklären. Konsequent erkläre ich dabei mit Beispielen von verschiedenen Schaltern verschiedensten Konzepte wie:

- Effektivität
- Effizienz
- Zufriedenheit
- Erwartungskonformität
- UX > Usability
- Induktivität
- Feedback
- Accessibility
- Konsistenz
- Abhängigkeiten zu andere Qualitätseigenschaften: Security, Safety, ...
- Komplexität
- ...

Die Teilnehmer sollen aus dem Vortrag mitnehmen, dass die grundlegenden Konzepte an einfachen Beispielen erklärt werden können. Diese Beispiel sollen ihnen helfen, das Thema Usability und User Experience in ihren Unternehmen weiter zu verbreiten bzw. "Usability einzuschalten". Denn für eine positive User Experience muss jeder in einem Unternehmen mitarbeiten, nicht nur der Usability/User Experience Professional.

 


Bettina Besenhart (Roche Diagnostics GmbH) & Anja Schwarz (SOPHIST GmbH)

Requirements-Engineering in der Testphase?

Bei der Entwicklung GAMP Kategorie 5 klassifizierter Software-Systeme in der Pharma Produktion werden sehr viele und sehr formale Anforderungen an den Entwicklungsprozess gestellt. Während der Entwicklung konzentrieren sich Projekte stark auf die Erfüllung dieser Anforderungen. Die Benutzer-zentrierte Sicht – sofern sie nicht die eigentliche Funktionalität des Systems betreffen – gerät dabei schnell außer Acht. Nach Abschluss der Anforderungsanalyse kann Requirements-Engineering mit seinen Methoden einen wichtigen Beitrag dazu leisten, diese Anforderungen im Fokus zu behalten und die zukünftigen Anwender bei der Integration des neuen Systems in ihre tägliche Arbeit zu begleiten. Uns war es daher wichtig, in den Phasen Entwicklung, Test und Einführung für unser System zur elektronischen Unterstützung des Reviewprozesses für Produktionschargen die zukünftigen Anwender frühzeitig und mit für sie möglichst geringem Aufwand einzubeziehen. In der Spezifikationsphase ist die Einbindung der Benutzer in der Regel gut gegeben. Unser Ziel war es, sie zusätzlich in die Umsetzungs- und Einführungsphase mit einzubinden, anstatt sie erst mit dem fertigen System zu konfrontieren. Dabei haben wir Methoden des Requirements-Engineering systematisch eingesetzt, um die Usability und die Integration in die betroffenen Geschäftsprozesse gemeinsam mit den zukünftigen Anwendern zu bearbeiten. Diese Vorbereitungen haben zu einer sehr guten Akzeptanz für das System und die betroffenen Prozesse geführt. Der Vortrag stellt unser gewähltes Vorgehen vor und lässt Sie an unseren Erfahrungen und den Rückmeldungen der beteiligten Nutzer teilhaben.


Reinhold Mauch (Daimler AG) & Dr. Stefan Queins (SOPHIST GmbH)

Einführung einer funktionalen Architektur in der Telematik - Erfahrungen bei der Daimler AG

Die Bestrebungen bei den Automobilherstellern, ihren Kunden ein unfallfreies, autonomes und nicht zuletzt energieeffizientes Fahren zu ermöglichen, führt zu einer zunehmenden Integration der unterschiedlichen Fahrzeugdomänen und damit zu neuen Herausforderungen in den Entwicklungsprozessen. Gleichzeitig soll dem Benutzer trotz steigender Funktionalität eine noch einfachere und intuitivere Bedienung der Fahrzeugfunktionalitäten mithilfe des Infotainmentsystems ermöglicht werden. Um mit der daraus resultierenden steigenden Komplexität umzugehen, hat der Bereich der Telematik der Daimler AG eine funktionale Architektur an den Anfang der Entwicklung gestellt. Mit einer solchen Betrachtung funktional geschnittener Systeme wird eine nachvollziehbare Entwicklung, ausgehend von der reinen Kundenbetrachtung bis hin zur Spezifikation einzelner SW-Module und Fahrzeugkomponenten ermöglicht. Ein Schwerpunkt in diesem Vortrag liegt auf der Einführung einer solchen Methodik in der Organisation. Wir werden zentrale Fragen beantworten, beispielsweise welche Randbedingungen auf jeden Fall eingehalten werden mussten oder in welchen Schritten wir die Methodik eingeführt haben, um einen sicheren und fließenden Übergang von der bisherigen an den Komponenten orientierten Spezifikationswelt zu einem neuen funktionsorientierten Entwicklungsvorgehen zu gewährleisten.


Rolf Kerpen (AXA Konzern AG) & Thorsten Cziharz (SOPHIST GmbH)

IT Performance Improvement - Ansätze gehirngerechter Interventionen in IT Transformationsprozessen in der Praxis

Der Umgang mit Veränderungsdynamik und komplexen Situationen ist eine der aktuell größten Herausforderungen einer Versicherungs-IT.
Ausgehend von einer über Jahrzehnte gewachsenen IT Anwendungslandschaft und einer hochspezialisierten, arbeitsteiligen Organisation geht es darum, die Menschen „fit zu machen“ in dynamischen Situationen zielgerichtet handeln zu können.
Wesentlicher Treiber dieser Veränderung ist die Forcierung von Eigenverantwortung und teamübergreifender Kollaboration. Eine Verhaltensänderung, die jedoch nicht „von oben angewiesen“ werden kann.
Vielmehr müssen z.B. gesamtheitliche, wertschöpfungsorientierte Herangehensweisen, sowie Kollaborations- und Reflexionsformate eingeübt werden, um über das eigene Tun zu neuen Erkenntnissen zu gelangen und Erlerntes schließlich flexibel anwenden zu können.
Dieser Veränderungsprozess kann sowohl durch gezielte Interventionen als auch durch Eingriffe am Systemkontext unterstützt werden.
Im Vortrag wird auf die wesentlichen Bausteine eines derartigen Transformationsansatzes eingegangen und anhand konkreter Erfahrungen aufgezeigt, wie neue Verhaltens- und Arbeitsweisen mit Hilfe eines Mix aus Training, Coaching, selbstorganisierten Austauschformaten und einem veränderten Führungsverhalten auch in einer tradierten Organisation wachsen können.


Dr. Kim Lauenroth (adesso AG)

Kreativität ist kein Talent, es ist eine Art zu arbeiten

Gute Ideen fallen nicht vom Himmel, sie sind das Ergebnis harter Arbeit und strukturiertem Vorgehen. Die Definition der passenden Vorgehensweise für das eigene Vorhaben ist oft schwierig, da uns die Literatur eine unüberschaubare Menge von Methoden anbietet. Der wesentliche Erfolgsfaktor für die Auswahl der passenden Methoden ist das Verständnis der Prinzipien hinter den Methoden. Dieser Vortrag stellt wichtige methodische Prinzipien für die Strategieentwicklung vor und erläutert diese an beispielhaften Methoden (u.a. Agile Entwicklung, Design Thinking, Future Search und Lean Startup) und Projektsituationen aus verschiedensten Branchen.


Inge Kreß (Ärztin für psychosomatische Medizin)

Geheimnis Kreativität: eine neuropsychologische Betrachtung

Kreativität wird in allen Bereichen der Ausbildungs- und Arbeitswelt gefordert und gefördert, vorausgesetzt und vorangetrieben. Mit verschiedensten Techniken soll das Denken und Erleben in kreative Bahnen gelenkt werden – und bei alledem bleibt die Kreativität so gehypt wie unverstanden.
Der Vortrag von Inge Kreß fasst aktuelle Erkenntnisse der Kreativitätsforschung zusammen und stellt diese anhand anschaulicher Beispiele dar. Die Einblicke in neuropsychologische Zusammenhänge und das Verständnis der zugrundeliegenden Gehirnvorgänge schaffen realistische Erwartungen an den Mythos Kreativität und ermöglichen eine tatsächliche Einschätzung des Kreativitätspotentials im (Arbeits-) Alltag.


Panel Discussion

Requirements-Engineering der Zukunft - wie spezifizieren wir in der Zukunft am Besten?

Themen wie Smart Ecosystems, wachsende Kompliziertheit, aber auch neue Trends im Bereich KI, Tooling oder Methoden wie Design Thinking werfen aktuell die Diskussion auf, wie das RE der Zukunft aussieht. Wir diskutieren diese Frage kontrovers und freuen uns auf Ihre Fragen.


Pecha Kuchas der SOPHISTen

RE-Einführung - ein sozialer Brennpunkt

Bei der Einführung neuer RE-Methoden ist SOPHIST auch Begleiter von Veränderungen die Menschen betreffen. Mit einer Unterscheidung von verschiedenen Personentypen wird schnell klar, dass nicht jeder im gleichen Maße von Neuerungen begeistert ist. Diese Pecha Kucha ist eine therapeutische Aufarbeitung der Erlebnisse mit den Menschen aus verschiedenen Einführungsprojekten.
Finden Sie heraus welcher Veränderungs-Typ sie sind!

Speaker: Dominik Häußer

Szenen einer Analytiker-Ehe

Wenn zwei Requirements-Engineers sich streiten, freut sich... niemand. Denn das Dasein als Vollblutanalytiker endet nicht an Feierabend. Ein Analytikerehepaar plaudert aus dem Nähkästchen und zeigt, wie viele häusliche Probleme sich mit aus Projekten bekannten Methoden in den Griff bekommen lassen.

Speaker: Marta & Malik Tayeh

Kommunikation - Irrnis & Wirrnis!

Wenn Menschen miteinander reden bedeutet das noch lange nicht, dass sie sich auch verstehen. Doch wie funktioniert Kommunikation? Diese Pecha Kucha ermöglicht einen kleinen Einblick in die Theorie der Kommunikation und zeigt zugleich Wege zu einer positiven Kommunikation.

Speaker: Florian Walther

Jeoparda Kucha - Es wird gequizzt!

Achtung: interaktives Format! Wir präsentieren Ihnen die etwas andere Art der Pecha Kucha - die Jeoparda Kucha!
Testen Sie Ihr Wissen zur Heimat der SOPHISTen (frängische Weldmedrobole), zum bunten Haufen der SOPHISTen und natürlich zu DEM Thema der SOPHISTen: Requirements-Engineering.
Erfahren Sie, was es mit dem Schäufelafaktor auf sich hat und schmeißen Sie schon einmal die Hirnzellen an. It's Quiztime!

Speaker: Chris Rupp, Roland Kluge & Karin Schlör


Bei Fragen zu den SOPHIST DAYS 2016 oder zu unseren Veranstaltungen generell stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ihr Ansprechpartner:

 

SOPHIST: Karin Schlör

Karin Schlör

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