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SOPHIST UML2 glasklar 3. Auflage


Zur Lösung von organisatorischen Problemen bietet die IT-Branche vielfältige Standards und Normen, die unterschiedliche Ziele verfolgen und in unterschiedlichen Phasen der Softwareentwicklung eingesetzt werden. Der Einsatz solcher Standards bietet den Unternehmen eine Reihe von Vorteilen:

>  Der Benutzer des Standards kann auf etwas bestehendes aufsetzen und muss das Rad nicht neu erfinden.
>  Produkte und Prozesse werden genormt.
>  Ein einheitliches Vorgehen über Abteilungen hinweg wird gewährleistet.
>  Die Anwendung von Standards regelt (und fördert) Kommunikation, Arbeitsteilung, Austauschbarkeit
    und Verantwortlichkeiten.
>  Wenn die gesamte Systementwicklung standardisiert durchgeführt wird, können neue Projekte besser kalkuliert werden
    und die Qualität des zu entwickelnden Systems wird in der Regel verbessert.

Dem gegenüber stehen jedoch auch einige Nachteile:

>  Standards werden oft vollständig übernommen, ohne eine sinnvolle Anpassung an eigene Unternehmensstrukturen
    und konkrete Projektgegebenheiten.
>  Gelebte Prozesse werden bei deren Festschreibung unflexibel.
>  Häufig sind hohe Anforderungen an Dokumentation gestellt => es entsteht eine „Papierflut“.
>  Häufig werden zu hohe Forderungen an Managementfunktionen gestellt.

Die folgenden Standards werden international eingesetzt und behandeln vorwiegend Qualitätsaspekte bei Entwicklungsprozessen. Es existieren daneben weitere Standards wie bspw. der IEEE-Std-830-1998, welche konkrete Vorschriften für Gliederungen oder Vorgehen geben.

SOPHIST - Standards - IEEE

Dieser Standard des IEEE (Institute of Electrical and Electronic Engineers) stellt einen Leitfaden zur methodischen Erstellung von Softwareanforderungen dar.
Er beschreibt den Erstellungsprozess einer Anforderungsspezifikation, welche Inhalte und Eigenschaften sie aufweisen sollte und gibt Gliederungsmöglichkeiten vor.

Was es zu beachten gilt:

> Es wird nicht vorgegeben, welche Methoden und Tools
   bei der Erstellung der Anforderungsspezifikation zu
   verwenden sind.
> Mehr Informationen zum IEEE Std-830-1998
   finden Sie hier: http://www.ieee.org

SOPHIST - Standards - CMMI

Das Capability Maturity Model Integration hat vor einiger Zeit das bekannte Capability Maturity Model (kurz CMM oder auch Software-CMM) abgelöst.
Das CMMI ist ein Reifegradmodell mit dessen Hilfe man die Qualität (Reife) eines Entwicklungsprozesses beurteilen und messen kann. Es werden die Anforderungen an einen guten Entwicklungsprozess beschrieben, aber keine konkreten Schritte des Prozesses vorgegeben.

Was es zu beachten gilt:

>  Auch bei hohem Reifegrad keine Garantie für ein
    erfolgreiches Entwicklungsergebnis.
>  Wichtige Kernbereiche, wie z. B.
    Risikomanagement, fehlen.
>  Mehr Informationen zum Thema CMMI
    finden Sie hier: http://www.sei.cmu.edu/cmmi/general/

SOPHIST - Our Topics - Standards
SOPHIST - Standards - ISO 9000 ff.

Das am weitesten verbreitete Normenwerk der ISO (International Organisation for Standardization) zielt darauf ab, Organisationen ein Qualitätsmanagement-System für die Verbesserung von Produktionsprozessen zu liefern. Dabei legt die ISO 9000 ff. fest, WELCHE Kriterien das Qualitätsmanagement erfüllen soll, aber nicht WIE eine Organisation die Ziele konkret umsetzten muss.

Was es zu beachten gilt:

>  Die Anwendung der abstrakten Qualitätsvorgaben für
    Dienstleistungen und Produkte gestaltet sich in der
    Praxis oft schwierig.
>  Oft werden bei der Umsetzung der Norm Prozesse
    zementiert, was allerdings dem Grundgedanken der
    permanenten (Prozess-) Verbesserung widerspricht.
>  Die ISO 9000-Zertifizierung ist noch kein Garant dafür,
    dass ein Unternehmen auch qualitativ hochwertige
    Produkte erstellt.
>  Mehr Informationen zum Thema ISO 9000 ff.
    finden Sie hier: http://www.iso.org

SOPHIST - Standards - SPICE

Die Vorgehensweise SPICE ist entwickelt worden, damit Unternehmen Prozesse in der Softwareentwicklung bewerten können.
Dabei deckt SPICE alle Phasen des Softwarelebenszyklus ab.
Grundprinzip ist es, durch diese Bewertung des Prozess-Reifegrades Möglichkeiten der Verbesserung zu bestimmen.

Was es zu beachten gilt:

>  Es existiert keine Verbindung zu anderen Standards.
>  Es ist offen, wie mit Qualitätsforderungen und
    –merkmalen eines Software-Produktes umzugehen ist.
>  Mehr Informationen zum Thema SPICE
    finden Sie hier: http://www.sqi.gu.edu.au/spice

Die ISO 12207 löst den Standard MIL-STD-498 ab. Aufgeteilt in drei Teile, stellt sie ein Rahmenwerk für den Lebenszyklus von Software dar. Insgesamt beschreibt diese Norm Prozesse, Aktivitäten und Aufgaben, welche bei der Akquisition, Angebotserstellung, Benutzung und Wartung von Software-Produkten durchgeführt werden.

Was es zu beachten gilt:

>  Die Norm ist NICHT anwendbar, wenn
    Standardsoftware in kundenspezifische Software
    eingebunden wird.
>  Der Softwarelebenszyklus wird zwar beschrieben,
    es werden aber keine Details vorgegeben, wie
    Software-Produkte eingeführt, betrieben und gewartet
    werden müssen.
>  Mehr Informationen zum Thema ISO 12207
    finden Sie hier: www.iso.org

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